Europaweite Umfrage zu Patenten auf Saatgut

80 Prozent sagen NEIN zu Patenten auf Saatgut

14. April 2026 / Heute veröffentlicht Keine Patente auf Saatgut! die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage in fünf EU-Mitgliedstaaten, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Polen. Die Ergebnisse zeigen ein eindeutiges Bild: Rund 80 Prozent der Befragten lehnen Patente auf Lebewesen wie Pflanzen oder Tiere ab. Mehr als 70 Prozent sprechen sich gegen Patente auf natürlich vorkommende Gene aus. Die größte Ablehnung solcher Patente ist in Polen und Deutschland zu verzeichnen, gefolgt von Frankreich und Italien. Die internationale Koalition Keine Patente auf Saatgut! fordert die EU auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und Patente auf Pflanzen und Tiere wirksam zu verbieten.

DErgebnisse der Umfrageie Umfrage zeigt die höchste Unterstützung (mehr als 90 Prozent) für die Feststellung, dass Vielfalt in der Pflanzenzüchtung und der Lebensmittelproduktion entscheidend ist und dass bei Patenten auf gentechnisch veränderte Pflanzen und deren Marktzulassung der Schutz der Umwelt einen hohen Stellenwert haben muss. Die höchsten Zustimmungen wurden hier in Polen und Italien verzeichnet, gefolgt von Deutschland und Frankreich.

In allen fünf Ländern zeichnet sich ein einheitliches Bild ab: Die Öffentlichkeit lehnt Patente auf Saatgut ab. Patente auf natürliche Gene werden sehr kritisch gesehen. Wenn es um Patente auf gentechnisch veränderte Pflanzen oder deren Freisetzung geht, müssen besondere Schutzmaßnahmen für Mensch und Umwelt berücksichtigt werden“, sagt Nout van der Vaart von Oxfam Novib. „Die EU muss ihre Verantwortung wahrnehmen, Patente auf Saatgut stoppen und der Vielfalt in der Pflanzenzüchtung sowie dem Schutz der Allgemeingüter mehr Gewicht geben.“

Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführt. Der Anlass sind bevorstehende Abstimmungen im EU Ministerrat und EU Parlament über ein neues Gesetz, das Pflanzen aus Neuer Gentechnik (NGT) von den bestehenden Regeln für Risikoprüfung und Kennzeichnung ausnehmen würde. Gleichzeitig würde die Menge patentierten Saatguts drastisch zunehmen. Im Rahmen der Verhandlungen forderte das EU-Parlament ursprünglich, Patente auf Pflanzen und genetische Ressourcen zu verbieten oder einzuschränken. Der Kompromisstext, über den der EU-Rat und das EU-Parlament demnächst abstimmen, erlaubt jedoch die Patentierung aller NGT-Pflanzen, bis hin zu natürlicherweise vorkommenden Genen. Damit ist auch die klassische Pflanzenzucht stark betroffen.

Alle gentechnisch veränderten Pflanzen, einschließlich NGTs, werden patentiert, die Saatgutkonzerne beanspruchen sogar Patente auf konventionelle Pflanzen. Diese Entwicklung kommt ausschließlich großen Unternehmen zugute, die einen schnellen Marktzugang für ihr patentiertes Saatgut wollen“, warnt Annemarie Volling von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. „Patente fördern die Marktkonzentration und blockieren den Zugang zu der großen Vielfalt an Saatgut, der für die Züchtung und Lebensmittelerzeugung der Zukunft notwendig ist. Nicht nur die Landwirtschaft und die Pflanzenzüchtung, sondern wir alle werden so von den Entscheidungen dieser Unternehmen und deren Preisen und Verträgen abhängig. Deshalb lehnt die Öffentlichkeit solche Patente ganz klar ab.“

Keine Patente auf Saatgut! ist eine internationale Koalition, die sich für den Schutz von Pflanzenzucht und Landwirtschaft vor der zunehmenden Konzentration der Saatgutmärkte einsetzt. Deswegen unterstützt Keine Patente auf Saatgut! diejenigen Mitgliedsländer und Abgeordneten des EU Parlaments, die sich für Verbote von Patenten auf Pflanzen einsetzen.

Offensichtlich wurden die Interessen der Öffentlichkeit bei der Ausarbeitung des aktuellen Vorschlags für eine künftige Regulierung von NGT-Pflanzen nicht ausreichend berücksichtigt. Dies muss korrigiert werden. Wir fordern, dass Patente auf Saatgut verboten werden oder der Vorschlag vollständig abgelehnt wird“, so Martha Mertens vom Bund Naturschutz.

Die Ergebnisse der Umfrage:

https://www.no-patents-on-seeds.org/en/survey

Kontakte:

Nout van der Vaart, Policy Lead Food and Land. Contact person: Jules van Os, media officer jules.van.os@oxfamnovib.nl / +31651573683.

Annemarie Volling, Gentechnik-Expertin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V., Mobil: 0160/96760146, E-Mail: volling@abl-ev.de

Martha Mertens, Bund Naturschutz in Bayern, martha.mertens@bund.net 

Christoph Then, Sprecher Keine Patente auf Saatgut! info@no-patents-on-seeds.org, Tel: 0151 54638040

weitere Informationen:

https://www.no-patents-on-seeds.org/de/bericht-2025

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